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Esther Vorwerk: Und auch so bitterkalt

Nach dem Roman von Lara Schützsack / Premiere: 3. Februar 2018

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"Lucinda erzählt von Tenebrien. Tenebrien ist das Land, in das alle gehen, die nicht für unsere Welt gemacht sind. Die Dünnhäutigen, die Gläsernen, diejenigen, die zu viel wünschen, diejenigen, die zu viel gewagt und zu viel verloren haben. All die Narben, die wir auf dieser Welt bekommen haben, heilt das tenebrische Meer." (Und auch so bitterkalt, Lara Schützsack)

Dies ist die Geschichte der Schwestern Malina und Lucinda. Es ist die Geschichte von Liebe und Einsamkeit, Macht und Zerbrechlichkeit, Lebendigkeit und Tod. Es geht um den Schmerz, die Hoffnungen und die großen Gefühle, die uns in der Pubertät begleiten. Es geht um Verlorenheit und die Notwendigkeit von Halt. Es geht ums Erwachsenwerden.

Nach zehn Jahren kehrt Malina in ihr Elternhaus zurück und betritt erstmals wieder das Zimmer ihrer älteren Schwester Lucinda. Sie macht sich auf die Suche, beginnt eine Reise in ihre Vergangenheit, erinnert sich, reflektiert und erweckt ihre Schwester Lucinda wieder zum Leben. Mit ihr erwachen auch all die anderen Gestalten aus der Vergangenheit.

Malina erzählt von der Krankheit ihrer Schwester, der Essstörung. Sie erzählt von den Depressionen unter denen Lucinda und mit ihr die ganze Familie litt. Aber auch von der Phantasie, der Romantik, der Schönheit ihrer Schwester. Sie erinnert sich an die Parallelwelten die Lucinda erfunden hat und an Jarvis, den Nachbarsjungen. Der einzige, der geblieben ist, der mit Lucinda immer weiter in den Abgrund gelaufen ist. Noch einmal durchlebt Malina, wie sie daneben stand, versucht hat, alles zusammenzuhalten. Und wie ihre Eltern immer mehr die Kontrolle verloren haben und hilflos zusehen mussten. Über das Erinnern wird sie mit sich selbst als Frau konfrontiert. Zum ersten Mal bezieht sie sich auf ihre Erfahrungen und fängt an, ihre eigene Verzweiflung, ihre Unwissenheit, ihre Co-Abhängigkeit, ihre Wut und Trauer zu verstehen. Sie entdeckt ihren Humor, ihre Lebenslust und beginnt einen Prozess der Loslösung.

Durch den naiven Blick von Malina erfahren wir die Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive. Lucindas Essstörung wird nicht eindimensional und mit einfachen Erklärungsmustern und Stigmatisierungen dargestellt. Vielmehr wird sie in ihrer ganzen Komplexität und unvoreingenommen aus der Sicht eines Mädchens erzählt, das sich auf der Suche nach ihrer eigenen Identität als werdende Frau befindet.

Weitere Informationen

  • Spiel und Konzept: Esther Vorwerk
  • Regie: Pavel Möller-Lück
  • Text: Esther Vorwerk, Pavel Möller-Lück, Vivien Altenau
  • Künstlerische Assistenz: Vivien Altenau
  • Figuren: Alina Illgen
  • Bühne: Beatrice Bader
  • Für Jugendliche ab 12 Jahren
http://theater-laboratorium.org/