Irmin Burdekat

Der katholische Bahnhof


 

Ronald ist Besitzer des „Katholischen Bahnhofs", einer Kneipe, die er von seinem verstorbenen Vater übernommen hat. Seine Aufmerksamkeit gilt dem Fußballclub Arminia, seinem Sohn Ché-Daniel, dem ständi­gen Streit mit seiner Ex und anhaltenden finanziellen Engpässen. Als Geisteswissenschaftler textet er ab und zu eine Hauszeitung („Die Thekenschlampe") und legt sie auf die Tische des Lokals zur Unterhaltung seiner Gäste.
Der Sohn seines Vermieters schanzt ihm den lukrativen Auftrag für eine Familien- und Firmensaga zu (Tenor: „Alter, schreib mal was Fettes á la Buddenbrooks!“). So wird der Wirt zum Autor, der sich mit Leidenschaft in die Lebensgeschichte des „Jungen Fabrikanten“ ManfredPretoriusverbeißt.

Die Aufzeichnungen beginnen im Jahre 1959, als sich Manfred Pretorius, der Sohn des Alten Fabrikanten, in die Nachbartochter Marlene Lendruscheit verliebt. Manfred, der glühende Goethe-Kenner und echter Fan, ist „Werher“ und Marlene ist, wie er, eine glühende Verehrerin von Elvis Presley. Eine Liebe fürs Le­ben –ohne Zweifel. Doch als Marlene schwanger wird, kommt es zur Konfrontation zwischen den Vätern. Der Alte Fabrikant Pretorius setzt auf Deeskalation und klärt das Problem mit bewährten Mitteln. Er und Marlenes Vater – ein armer Flüchtling aus dem Osten - finden zusammen und schmieden einen Plan: Familie Lendruscheit verläßt mit großzügiger finanzieller Unterstützung in einer Nacht- und Nebelaktion das Land in Richtung Kanada. Die Flucht vor der Schande macht aus den Liebenden Romeo und Julia. Und weil das Ganze als Verschwörung mit strengen Auflagen geplant ist, bleibt Manfred im Ungewissen über alles, auch darüber, dass die Liebe seines Lebens schwanger war als sie von heute auf morgen verschwinden muss mit Ihren Eltern. Briefe werden abgefangen und die Leiden des jungen Manfred Pretorius beginnen. Für die nächsten Jahrzehnte ergeben sich zwei getrennte Lebensgwege; Marlenes in Kanada und die ihres Werthers in Deutschland.
Und wenn auch beide alleine ein ganzes Leben meistern und etwas aufbauen: am Ende kommt zusammen, was nie hätte getrennt werden dürfen.Die Protagonisten der Geschichte aus dem „Katholischen Bahnhof" landen genau dort,wo sie losgelaufen sind. So kommt es, dass selbst Ronald, der Wirt und Erzähler,am Ende von seiner Geschichte eingeholt wird. Er berichtet, interpretiert und dreht sich eigentlich doch nur um sich selbst. Denn ganz plötzlich wird ihm bewusst, dass er mitten in seiner eigenen Geschichte steht.

Die Figuren fallen aus dem Rahmen, fallen auf, fallen hin und … laufen weiter. Ein bisschen Roman in der Romantik. Oder ein bisschen Romantik im Roman, man(n) weiß es eben nicht. Testosteron geladener Kitsch? – gibt es! Wo bliebe sonst die Glaubwürdigkeit dieser fiktionalen Lebensgeschichten. Literarisch hochwertig, aber nicht ambitioniert. Strukturiert, überlagernd, aber weder kompliziert noch anstrengend. Für Goethe. Für Elvis. Für den Humor. Und für all das dazwischen.


Irmin Burdekat pendelt seit über dreißig Jahren zwischen Kanada und Deutschland. Als Hilfsarbeiter, Kellner, gescheiterter Unternehmer, Friseur, Musiker, später dann erfolgreicher Unternehmer und Autor
Er ist verheiratet, hat eine Handvoll Kinder und scheitert gelegentlich an der Herausforderung, den Ernst des Lebens ernst zu nehmen.Sein Roman „Der Katholische Bahnhof" ist vor allem eins: eine so ergreifende wie überaus komisch erzählte Liebesgeschichte!

 


Termine


26. März 2020 - 20:00 Uhr



Preise


Normal: 18 €
Ermäßigt: 13 €



Veranstalter


Singers & Players